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Kräutertee
Kräuter & Gewürze
Teezubehör

März 24, 2026 8 min lesen.

Kräuteraufgüsse haben in den Volkstraditionen vieler Kulturen einen festen Platz. Ob Ingwer aus Asien, Kamille von europäischen Wiesen oder Zimt von den alten Gewürzrouten: Der Griff zur warmen Tasse ist fast überall verbreitet. Tee erfüllt diese Rolle seit Jahrhunderten. Lange vor Teebeuteln und Supermarktregalen brühten Menschen in den unterschiedlichsten Kulturen Kräuteraufgüsse als Teil ihres Alltags auf – und viele tun das bis heute.

Bei Valley of Tea beziehen und verkosten wir seit mehr als fünfzehn Jahren Tees. In diesen Ratgeber fließt diese Erfahrung ein.

Küchenszene bei der Zubereitung von Kräutertee

Dieser Ratgeber stellt sechs Kräuter mit langer Geschichte in der europäischen, asiatischen und nordamerikanischen Volkstradition vor. Er zeigt, wie du jedes davon richtig zubereitest und wie du sie zu einer Mischung kombinierst. Vorab ein Hinweis: Nichts davon ist medizinischer Rat. Es geht um Geschichte, Geschmack und Zubereitung, nicht um Wirkungen auf den Körper. Wenn du gesundheitliche Beschwerden hast, geh zum Arzt. Punkt.

Warum Menschen zur warmen Tasse greifen

Der Reiz eines warmen Getränks ist leicht nachzuvollziehen, und vieles daran hat einfach mit dem Moment zu tun. Ein warmer Becher in den Händen ist an einem kalten Tag angenehm. Die Zubereitung von Tee – Wasser kochen, Blätter abmessen, auf das Ziehen warten – bringt eine Pause in den Tag.

Abgesehen von der Wärme beschäftigen bestimmte Kräuter Kräuterkundige und Köche seit Generationen. Viele der unten vorgestellten Tees haben einen Platz in Volkstraditionen, die von Europa über Asien bis nach Amerika reichen. Sie sind bis heute beliebt, weil Menschen immer wieder zu ihrem Geschmack zurückkehren. Diese lange Tradition ist eine Frage von Kultur und Geschmack, kein Beleg für irgendeine Wirkung, und sie ersetzt keine ärztliche Abklärung.

Sechs Kräuter aus der Volkstradition

Ingwertee

Ingwer (Zingiber officinale) gehört zu den am häufigsten verwendeten Gewürzen der Welt und zu den ältesten Zutaten der asiatischen Küche und Kräutertradition. In Indien und China wird Ingwer seit Jahrtausenden gekocht und aufgebrüht. Viele Teetrinker greifen wegen seiner scharfen, würzigen Note zu Ingwertee.

getrocknete Ingwerscheiben in einer Keramikschale

Ingwer enthält Gingerole und Shogaole, die scharf schmeckenden Verbindungen hinter seiner typischen Schärfe. Sie geben Ingwertee seinen pfeffrigen Biss am Gaumen. Ingwer wird außerdem seit sehr langer Zeit verwendet, und viele Menschen genießen an einem kalten Abend eine kräftige Tasse Ingwertee.

So bereitest du Ingwertee zu: Frische Ingwerwurzel sorgt für ein volles Aroma. Schneide etwa 2 Zentimeter frische Wurzel in dünne Scheiben oder reibe sie fein. Gib sie in einen Becher und gieße 250 ml kochendes Wasser darüber. Lass den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen – Ingwer verträgt lange Ziehzeiten, ohne bitter zu werden, und je länger er zieht, desto kräftiger und würziger wird die Tasse. Abseihen und trinken. Nach Belieben etwas Honig oder Zitrone dazugeben. Von getrocknetem Ingwer nimmst du etwa einen Teelöffel pro Tasse und lässt ihn 5 bis 10 Minuten ziehen.

Kamillentee

Kamille (Matricaria chamomilla) ist wohl der beliebteste Kräutertee Europas, und ihre Verwendung reicht bis ins alte Ägypten und nach Griechenland zurück. Das Kraut gehörte zu den neun heiligen Pflanzen der angelsächsischen Lacnunga, und in europäischen Haushalten wird Kamille seit Jahrhunderten aufgebrüht.

Kamille enthält Apigenin, ein Flavonoid, sowie Bisabolol und weitere Aromastoffe. Teetrinker beschreiben unsere Deutsche Kamille oft als mild und rund, mit einem honigartigen, an Äpfel erinnernden Aroma. Kamille ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der europäischen Kräutertradition.

gemütliche Szene mit Pfefferminztee und Buch

So bereitest du Kamillentee zu: Nimm 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Kamillenblüten pro Tasse. Gieße Wasser mit etwa 95 bis 100 Grad Celsius über die Blüten. Decke Tasse oder Teekanne beim Ziehen ab – das ist wichtig, weil die ätherischen Öle der Kamille mit dem Dampf entweichen und die Abdeckung sie im Aufguss hält. Lass den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen. Je länger er zieht, desto bitterer wird er, desto stärker tritt aber auch sein Kräutercharakter hervor. Abseihen und pur oder mit etwas Honig trinken.

Pfefferminztee

Pfefferminze (Mentha x piperita) hat eine lange Geschichte in den Teetassen und Küchen Europas und des Nahen Ostens. Sie gehört zu den am weitesten verbreiteten Kräutertees der Welt, und ihr Mentholgehalt sorgt für ein unverwechselbar kühles Gefühl im Mund, das viele als erfrischend empfinden.

In ganz Europa und im Nahen Osten wird Pfefferminze seit Langem Gästen angeboten und zu jeder Tageszeit getrunken. Viele Teetrinker schätzen die kühle Frische des Menthols als Gegenpol zu würzig-warmen Gewürzen wie Ingwer und Zimt. Pfefferminze ist von Natur aus koffeinfrei und wird daher gern am Abend getrunken.

So bereitest du Pfefferminztee zu: Nimm 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Pfefferminzblätter pro Tasse oder eine kleine Handvoll frische Blätter, wenn du welche zur Hand hast. Gieße kochendes Wasser direkt über die Blätter. Abdecken und 5 bis 7 Minuten ziehen lassen. Pfefferminze verzeiht einiges – sie wird nicht so schnell bitter, eine etwas längere Ziehzeit ist also kein Problem. Der fertige Tee sollte hell, klar und kräftig aromatisch sein. Trink ihn heiß, dann kommt das Aroma am vollsten zur Geltung.

vier Kräutertees in Keramikschalen

Himbeerblättertee

Himbeerblätter (Rubus idaeus) gehören zu den traditionsreichsten Blättertees der westlichen Kräuterkunde. Kräuterkundige auf dem Land sammeln und trocknen Himbeerblätter seit Jahrhunderten für Tee. Sie werden seit Langem in der europäischen Volkstradition und bei indigenen Völkern Nordamerikas verwendet.

Der Geschmack von Himbeerblättertee überrascht viele – er schmeckt nicht nach Himbeeren. Stattdessen ist er mild und leicht erdig und erinnert an einen leichten Schwarztee. Das macht ihn gut trinkbar und zu einer guten Basis für Mischungen. Wer regelmäßig Himbeerblättertee trinkt, schätzt ihn oft als unkomplizierte Alltagstasse, auch wenn die Geschmäcker weit auseinandergehen.

So bereitest du Himbeerblättertee zu: Nimm 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Himbeerblätter pro Tasse. Gieße kochendes Wasser darüber und lass den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen. Himbeerblätter profitieren von einer längeren Ziehzeit – der Geschmack bleibt auch dann mild. Abseihen und trinken. Der Tee ist mild genug für jede Tageszeit und schmeckt heiß ebenso wie bei Zimmertemperatur.

Tee aus Schneeballrinde

Der Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus) ist ein in Europa und Nordamerika heimischer Strauch, dessen Rinde einen festen Platz in der traditionellen Kräuterkunde hat. Kräuterkundige der indigenen Völker Nordamerikas ebenso wie Kundige der europäischen Volkstradition bereiteten Abkochungen aus der Rinde zu.

Kamille und Pfefferminze in einer Keramikschale

Schneeballrinde ist nicht so leicht erhältlich wie Kamille oder Pfefferminze, du findest sie aber in Kräuterteeläden und bei Onlinehändlern, die sich auf Kräuter aus einzelnen Herkunftsgebieten spezialisiert haben. Der Geschmack ist holzig und leicht bitter – nicht unangenehm, aber weniger zugänglich als die blumigen und minzigen Tees in dieser Liste. Am ehesten versteht man sie als traditionellen Kräutersud mit langer Geschichte in der Volkstradition.

So bereitest du Tee aus Schneeballrinde zu: Nimm 1 bis 2 Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Schneeballrinde pro Tasse. Da es sich um Rinde und nicht um Blätter oder Blüten handelt, eignet sich eine Abkochung besser als ein einfacher Aufguss. Gib die Rinde mit 300 ml kaltem Wasser in einen kleinen Topf. Lass alles sanft aufkochen, reduziere dann die Hitze und lass es 10 bis 15 Minuten köcheln. Abseihen und trinken. Für einen runderen Geschmack kannst du Honig oder Zitrone dazugeben oder die Rinde mit Pfefferminze mischen.

Zimttee

Zimt (Cinnamomum verum oder Cinnamomum cassia) ist seit Jahrtausenden fester Bestandteil der Küchen und des Gewürzhandels in Asien, im Nahen Osten und in Europa. In der indischen und chinesischen Küche gehört Zimt zu den prägenden süßen Gewürzen. Viele Teetrinker beschreiben Zimttee an einem kalten Abend als vollmundig, süß und würzig.

Zimt hat außerdem einen ganz einfachen Vorteil: Er schmeckt gut. Durch sein süß-würziges Profil gehört er zu den angenehmeren Kräutergetränken, und er passt zu fast jedem anderen Tee in dieser Liste. Er ist von Natur aus koffeinfrei und überall erhältlich.

morgendlicher Kräutertee mit Honig und Ingwer

So bereitest du Zimttee zu: Nimm pro Tasse eine Zimtstange (etwa 7 bis 8 Zentimeter) oder 1 Teelöffel Zimtstückchen. Brich die Zimtstange in einige Stücke, damit die Oberfläche größer wird. Gieße kochendes Wasser über den Zimt und lass ihn 10 bis 15 Minuten ziehen. Für einen kräftigeren Tee kannst du den Zimt 10 Minuten in Wasser auf dem Herd köcheln lassen, ähnlich wie bei der Schneeballrinde. Abseihen und trinken. Zimttee schmeckt von Natur aus süßlich und braucht deshalb oft keine Zugabe.

Warme Getränke und der Genuss einer Tasse

Es hat seinen Grund, dass Menschen instinktiv zu etwas Warmem greifen, wenn es draußen kalt wird. Die Wärme einer Tasse Tee in den Händen, der aufsteigende Dampf, das langsame Trinken – all das gehört zum Genuss einer guten Tasse.

Ein heißes Getränk liegt einfach angenehm in der Hand und lässt sich langsam schlürfen. Der aufsteigende Dampf trägt das Aroma der Kräuter schon vor dem ersten Schluck zur Nase. Diese Wärme mit Kräutern zu verbinden, die selbst seit Langem einen festen Platz in der Volkstradition haben, ist ein einfacher, leicht zugänglicher Genuss.

Auch die Zubereitung selbst zählt. Tee bewusst zuzubereiten – das Kraut auswählen, das Wasser erhitzen, beim Ziehen zusehen – schafft ein paar ruhige Minuten. Deine Hände und deine Aufmerksamkeit haben etwas zu tun. Auch das gehört zum Reiz. Wenn du eine koffeinfreie Alternative mit mildem, rundem Charakter suchst, ist unser grüner Rooibos eine weitere von Natur aus sanfte Sorte für den Abend.

frische Pfefferminzpflanze im Kräutergarten

Deine eigene Mischung zusammenstellen

Jeder der oben beschriebenen Tees schmeckt auch für sich allein, doch in Kombination kann etwas entstehen, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Beim Mischen bringst du Geschmack, Aroma und den Charakter verschiedener Kräuter ins Gleichgewicht.

Hier zwei Mischungsideen für den Anfang:

Würzig-warme Mischung: Mische getrocknete Ingwerwurzel, Zimtstückchen und Kamillenblüten zu gleichen Teilen. Nimm etwa 1 Esslöffel der Mischung pro Tasse. Mit kochendem Wasser übergießen und abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Ingwer und Zimt geben der Mischung eine tiefe, würzige Wärme am Gaumen, während die Kamille den Geschmack abrundet und eine eigene sanfte, blumige Note beisteuert. Diese Mischung passt besonders gut zum Abend. Unsere Deutsche Kamille eignet sich gut als Basis dafür.

Frische Minzmischung: Mische zwei Teile Pfefferminzblätter mit je einem Teil Himbeerblätter und Kamillenblüten. Nimm etwa 1 Esslöffel pro Tasse. Mit kochendem Wasser übergießen und abgedeckt 7 bis 10 Minuten ziehen lassen. Die Pfefferminze bringt eine kühle, erfrischende Note, die mit der milden Erdigkeit der Himbeerblätter kontrastiert. Diese Mischung passt gut tagsüber, wenn dir nach etwas Leichterem ist.

warme Tasse Kamillentee

Wenn du eigene Mischungen zusammenstellst, beginne mit einem Basistee, den du gern trinkst – Pfefferminze und Kamille sind die vielseitigsten Grundlagen – und gib kleinere Mengen kräftigerer, markanterer Kräuter wie Ingwer, Schneeballrinde oder Zimt dazu. Probiere zwischendurch. Die richtige Mischung ist die, die dir wirklich schmeckt.

Wann du zum Arzt gehen solltest

Tee ist ein Getränk, keine Behandlung. Dieser Unterschied ist wichtig.

Geh zum Arzt, wenn deine Krämpfe so stark sind, dass sie dich regelmäßig im Alltag einschränken. Geh zum Arzt, wenn die Schmerzen neu, plötzlich oder anders als gewohnt sind. Geh zum Arzt, wenn Krämpfe mit starken Blutungen, Fieber oder anderen Beschwerden einhergehen, die dich beunruhigen. Geh zum Arzt, wenn rezeptfreie Schmerzmittel nicht helfen.

Menstruationskrämpfe, die über normale Beschwerden hinausgehen, können ein Zeichen für Erkrankungen wie Endometriose, Myome oder Adenomyose sein – all das muss ärztlich abgeklärt und behandelt werden. Häufig auftretende Muskelkrämpfe können auf ein gestörtes Elektrolytgleichgewicht, Durchblutungsprobleme oder andere zugrunde liegende Erkrankungen hinweisen.

Nahaufnahme getrockneter Pfefferminzblätter

Genieße Tee wegen seines Geschmacks. Er ersetzt keine medizinische Versorgung. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, vertrau diesem Gefühl und sprich mit einer Fachperson.

Zum Schluss

Menschen trinken seit Jahrtausenden Kräuteraufgüsse. Die Tees in dieser Liste – Ingwer, Kamille, Pfefferminze, Himbeerblätter, Schneeballrinde und Zimt – gehören in vielen Kulturen zu den traditionsreichsten und am weitesten verbreiteten Kräutern. Keiner davon ist ein Arzneimittel. Alle bieten Wärme, Geschmack und einen ruhigen Moment im Tag.

Der Ansatz ist ganz einfach. Finde die Tees, die dir schmecken. Bereite sie sorgfältig zu. Trink sie, wann immer du möchtest. Und wenn mit deiner Gesundheit etwas nicht stimmt, nimm dieses Signal ernst und lass dich ärztlich versorgen.

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Wouter Gryson

Wouter Gryson is the founder of Valley of Tea. He has imported, tasted and sold single-origin teas, herbs and spices for more than 15 years, working directly with growers around the world.

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